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Drohnenaufnahmen sind Foto- und Videoaufnahmen, die eine ferngesteuerte Kameradrohne aus der Luft macht. Sie zeigen Firmengelände, Gebäude, Anlagen und Veranstaltungen aus Perspektiven, für die früher ein Hubschrauber nötig war. Hier erfahren Sie, welche Aufnahmen möglich sind, welche Regeln in Deutschland gelten, was ein Drohnendreh technisch braucht und woran Sie saubere Arbeit erkennen.

Sie möchten Luftaufnahmen für Ihr Unternehmen beauftragen? Einsatzfelder und Ablauf finden Sie auf unserer Seite Drohnenaufnahmen buchen.

Was sind Drohnenaufnahmen in der Videoproduktion?

Die Drohne hat die Luftaufnahme vom Sonderfall zum Standardwerkzeug gemacht. Der Blick über das Firmengelände, die Verfolgungsfahrt neben einem Fahrzeug, die langsame Enthüllung einer Landschaft: Solche Einstellungen gehören heute in Imagefilme, Eventfilme und Immobilienvideos. Fachlich spricht man von Luftaufnahmen oder Aerials; ein einzelnes Foto von oben heißt Luftbild.

Brauchbares Material entsteht dabei nicht im Automatikmodus. Jeder Flug wird wie eine Kamerafahrt geplant: Startpunkt, Flugbahn, Höhe, Geschwindigkeit und die Bewegung der Kamera stehen fest, bevor die Drohne abhebt.

Die wichtigsten Drohnen-Shots

  1. Establishing Shot: Die Totale von oben zeigt dem Zuschauer, wo er sich befindet. Mehr dazu im Eintrag Establishing Shot.
  2. Reveal: Die Drohne steigt über ein Hindernis oder fliegt hinter einer Kante hervor und gibt das Motiv erst dann frei.
  3. Orbit: Eine Kreisfahrt um das Motiv. Gebäude, Anlagen oder Messestände werden räumlich erfassbar.
  4. Top Shot: Die Kamera blickt senkrecht nach unten. Das Bild wirkt grafisch und ordnend, eine Extremform der Vogelperspektive unter den Kameraperspektiven.
  5. Tracking: Die Drohne begleitet ein bewegtes Motiv, etwa ein Fahrzeug, einen Stapler oder eine Person.
  6. Fly-through: Der Durchflug durch Tore, Hallen oder Gänge, meist mit einer FPV-Drohne geflogen.

Kameradrohne oder FPV-Drohne?

Die klassische Kameradrohne trägt ihre Kamera an einem Gimbal, einer motorisierten Aufhängung, die Bewegungen ausgleicht. Sie schwebt stabil, lässt sich präzise positionieren und liefert ruhige, weite Bilder. Für Übersichten, Establishing Shots und Fotos ist sie das Standardgerät.

FPV steht für First Person View. Der Pilot trägt eine Videobrille und steuert die Drohne aus deren Sicht, ohne die üblichen Assistenzsysteme. Das erlaubt schnelle, enge Flüge: durch ein Hallentor, an einer Fertigungslinie entlang, unter einer Brücke hindurch. Kleine FPV-Drohnen mit Propellerschutz, sogenannte Cinewhoops, fliegen auch in Innenräumen und nah an Menschen. Bei unserem Projekt für Michael Kreiselmeyer war neben dem Filmteam ein FPV-Drohnen-Operator am Set.

In vielen Filmen ergänzen sich beide: die Kameradrohne für den Überblick, die FPV-Drohne für den Moment, in dem der Zuschauer mitten durch das Geschehen fliegt.

Welche Regeln gelten für Drohnenaufnahmen in Deutschland?

Grundlage ist die EU-Drohnenverordnung (Durchführungsverordnung (EU) 2019/947), die seit Ende 2020 in allen Mitgliedstaaten gilt, ergänzt durch das deutsche Luftverkehrsrecht. Die Verordnung unterscheidet nicht zwischen privaten und gewerblichen Flügen, sondern nach Risiko: offene, spezielle und zulassungspflichtige Kategorie. Fast alle Drohnenaufnahmen für Unternehmen entstehen in der offenen Kategorie.

Die offene Kategorie

Innerhalb der offenen Kategorie gibt es drei Unterkategorien. Welche gilt, hängt von der Klasse der Drohne ab (C0 bis C4, auf dem Gerät gekennzeichnet):

UnterkategorieDrohnenAbstand zu Menschen
A1C0 (unter 250 g), C1 (unter 900 g)Keine Menschen­ansammlungen; Unbeteiligte möglichst nicht überfliegen
A2C2 (unter 4 kg)Mindestens 30 Meter zu Unbeteiligten, im Langsamflugmodus 5 Meter
A3C2 bis C4 und ältere Drohnen ohne Klassen­kennzeichnung ab 250 gKeine Unbeteiligten im Flugbereich, mindestens 150 Meter zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten

Registrierung, Kompetenznachweis, Versicherung

Wo nicht oder nur mit Zustimmung geflogen werden darf

Das deutsche Recht legt geografische Gebiete fest, in denen Drohnenflüge verboten oder an Bedingungen geknüpft sind. Dazu gehören unter anderem:

Welche Gebiete einen konkreten Drehort betreffen, zeigt das Karten-Tool der Digitalen Plattform Unbemannte Luftfahrt (dipul) des Bundes. Für die Region heißt das zum Beispiel: Teile von Nürnberg und Fürth liegen in der Kontrollzone des Flughafens Nürnberg. Dort ist ein Flug nur in geringer Höhe oder mit Freigabe der Flugsicherung möglich.

Was über die offene Kategorie hinausgeht, etwa Flüge außerhalb der Sichtweite, höher als 120 Meter oder mit schweren Drohnen nah an Menschen, fällt in die spezielle Kategorie und braucht eine Betriebsgenehmigung der Luftfahrtbehörde. Das braucht Vorlauf und gehört in die Planung, bevor ein Drehtermin feststeht.

Eine Ausnahme sind Flüge in geschlossenen Räumen: In einer Halle gilt das Luftrecht nicht. Hausrecht, Arbeitsschutz und Sorgfaltspflicht gelten trotzdem.

Persönlichkeitsrechte und Datenschutz

Luftrecht ist nur die eine Hälfte. Sobald Menschen erkennbar im Bild sind, gelten das Recht am eigenen Bild und die Datenschutz-Grundverordnung: Mitarbeitende und Besucher müssen einwilligen, Nachbargrundstücke und Kennzeichen sollten nicht identifizierbar im Material landen. Auch der Startplatz braucht die Zustimmung des Grundstückseigentümers.

Stand: Oktober 2026. Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung; maßgeblich sind die Vorgaben des Luftfahrt-Bundesamts.

Was ein Drohnendreh technisch braucht

Wetter und Licht

Drohnen fliegen nicht bei jedem Wetter. Regen, Nebel und starker Wind beenden einen Flugtag, Kälte verkürzt die Akkulaufzeit spürbar. Seriöse Planung enthält deshalb einen Ausweichtermin. Das beste Licht liefern die Stunden nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang: Die tief stehende Sonne modelliert Gebäude und Gelände, während Mittagslicht von oben alles flach wirken lässt.

Kameraeinstellungen

Ruckelfreie Luftaufnahmen brauchen eine Belichtungszeit, die zur Framerate passt: bei 25 Bildern pro Sekunde etwa 1/50 Sekunde. Bei Tageslicht ist das nur mit ND-Filtern zu erreichen, die wie eine Sonnenbrille vor dem Objektiv sitzen. Aufgezeichnet wird in einem flachen Log-Profil mit hoher Farbtiefe, damit sich das Material im Color Grading an die Bodenkamera angleichen lässt. Sonst sieht man im fertigen Film jeden Wechsel zwischen Drohne und Kamera.

Flugplanung

Ein Akku reicht je nach Modell für rund 20 bis 40 Minuten. Deshalb steht vor dem Flug eine Shotlist mit den Einstellungen in der Reihenfolge, in der sie geflogen werden. Zur Vorbereitung gehören außerdem der Blick in die Karte der geografischen Gebiete, die Besichtigung von Start- und Landeplatz und bei FPV-Flügen ein Luftraumbeobachter neben dem Piloten.

Wofür sich Drohnenaufnahmen im Unternehmensvideo eignen

Für alle Einsatzfelder gilt: Luftaufnahmen wirken durch Dosierung. Drei oder vier gezielte Einstellungen tragen einen Film, zwei Minuten Dauerflug ermüden. Bei Life of Media planen wir Drohnen-Shots deshalb als festen Bestandteil der Shotlist im Storyboard und nicht als Gimmick.

Die häufigsten Fehler bei Drohnenaufnahmen

Häufige Fragen zu Drohnenaufnahmen

Braucht man für Drohnenaufnahmen eine Genehmigung?

Nicht für jeden Flug. In der offenen Kategorie der EU-Drohnenverordnung genügen Betreiber-Registrierung, Kompetenznachweis und Haftpflichtversicherung, solange Flughöhe, Abstände und geografische Gebiete eingehalten werden. Eine Genehmigung oder Zustimmung ist nötig, sobald der Flug in ein geschütztes Gebiet führt, etwa in die Nähe eines Flughafens, über ein Wohngrundstück oder ein Naturschutzgebiet, oder wenn er die Grenzen der offenen Kategorie überschreitet.

Wie hoch darf eine Drohne in Deutschland fliegen?

In der offenen Kategorie höchstens 120 Meter über Grund. In Kontrollzonen von Flughäfen und in anderen geografischen Gebieten gelten niedrigere Grenzen oder ein Flugverbot. Höhere Flüge fallen in die spezielle Kategorie und brauchen eine Betriebsgenehmigung.

Darf eine Drohne über Menschen fliegen?

Über Menschenansammlungen nie, solange in der offenen Kategorie geflogen wird. Einzelne unbeteiligte Personen dürfen nur sehr leichte Drohnen überfliegen, und auch das soll vermieden werden. Bei Drehs mit Mitarbeitenden oder Darstellern gelten diese als beteiligt, wenn sie eingewiesen sind und dem Flug zugestimmt haben.

Darf man mit der Drohne über fremde Grundstücke fliegen?

Über Wohngrundstücken grundsätzlich nur mit Zustimmung der Eigentümer oder Bewohner; die gesetzlichen Ausnahmen sind eng gefasst. Unabhängig davon gelten Persönlichkeitsrecht und Datenschutz: Erkennbare Personen dürfen nicht ohne Einwilligung gefilmt und veröffentlicht werden.

Was ist der Unterschied zwischen einer FPV-Drohne und einer Kameradrohne?

Eine Kameradrohne trägt eine stabilisierte Kamera und liefert ruhige, schwebende Bilder. Eine FPV-Drohne wird über eine Videobrille aus der Sicht der Drohne gesteuert und fliegt schnell und eng, zum Beispiel durch Hallen, Tore oder zwischen Maschinen hindurch. Kameradrohnen eignen sich für Übersicht und Establishing Shots, FPV-Drohnen für dynamische Durchflüge.

Wovon hängen die Kosten für Drohnenaufnahmen ab?

Vor allem vom Aufwand vor dem Flug: Liegt der Drehort in einem geografischen Gebiet, sind Zustimmungen oder Genehmigungen einzuholen. Dazu kommen die Zahl der Motive und Drehorte, die eingesetzte Technik, ein möglicher Ausweichtermin wegen Wetter und der Umfang der Nachbearbeitung. Als Teil eines ohnehin geplanten Drehtags sind Luftaufnahmen deutlich günstiger als ein eigener Flugtag.

Sie planen einen Film mit Luftaufnahmen oder möchten wissen, ob an Ihrem Standort geflogen werden darf? Als Filmproduktion aus Nürnberg klären wir Flugzone, Zustimmungen und Shotlist vor dem Drehtag. Was Videoprojekte insgesamt kosten, lesen Sie im Ratgeber Was kostet eine Videoproduktion? – oder Sie sprechen direkt mit uns.