KI – KLARTEXT in Ebermannstadt

650 Fragen. Kein Vortrag. Nur echte Antworten.

Man muss schon sagen: Wenn über 650 Menschen in eine Stadthalle kommen, um nicht nur über KI zu reden, sondern KI wirklich zu verstehen, dann ist das kein Trend mehr – das ist Realität. Genau das ist am 05.02.2026 in der Stadthalle Ebermannstadt passiert.

Zusammen mit Moritz Diehl (menter Digital) durfte ich bei „KI – Klartext“ Rede und Antwort stehen – bewusst ohne PowerPoint‑Schlacht, sondern als offene Experten‑Sprechstunde: Ihr bringt die Fragen. Wir geben Klartext.

Das Format: Kein „trockener Vortrag“, sondern eine echte Sprechstunde

„KI – Klartext“ war genau so aufgebaut, wie man es sich in 2026 wünscht:

  • Vormittag: zwei Fragerunden für Schüler*innen ab der 8. Klasse (09:00–10:30 / 11:00–12:30)
  • Nachmittag: Fragerunde für Lehrkräfte & pädagogische Fachkräfte (14:30–17:00)

 

Und ja: das war groß. Vormittags waren es jeweils rund 300 Schüler*innen, am Nachmittag etwa 75 Fachkräfte – zusammen über 650 Personen, die nicht nur konsumieren, sondern mitreden wollten.

Wer das möglich gemacht hat

Organisiert wurde der Tag vom BayernLab Forchheim – gemeinsam mit starken Partnern aus Bildung und Region: SCHULEWIRTSCHAFT‑Netzwerk Forchheim, Staatliches Schulamt, Bildungsbüro sowie Stadtjugendpflege/Büro für Jugendarbeit Ebermannstadt. Genau so entsteht Fortschritt: nicht als Insellösung, sondern als Gemeinschaftsprojekt.

Die Fragen: Von Hausaufgaben bis Zukunftsangst – und alles dazwischen

Was mich an dem Tag wirklich beeindruckt hat: die Bandbreite.

Klar – es kamen die typischen Fragen:

  • „Wie kann KI bei Hausaufgaben helfen?“

Aber direkt daneben standen Fragen, die zeigen, wie wach diese Generation ist:

  • Eine Schülerin fragte, ob Kreativität verloren geht, wenn überall nur noch KI‑Bilder und KI‑Musik geteilt werden.
  • Ein Schüler brachte das Thema Energie auf den Punkt – provokant, aber wichtig: ob es stimmt, dass „KI Eisbären tötet“ (weil Rechenzentren Energie brauchen).
  • Und immer wieder: „Welche Jobs sind noch sicher?“ / „Wie mächtig wird das alles?“

Das sind keine Spielereien. Das sind Fragen, die zeigen: KI ist längst im Alltag angekommen – in der Schule sowieso.

Was wir gezeigt haben: Warum Medienkompetenz heute Pflicht ist

Ein zentrales Thema war: Was ist echt – und was wirkt nur echt?
Mit KI lassen sich heute in Sekunden Fake News und Deepfakes bauen. Genau deshalb wird Medienkompetenz nicht „nice to have“, sondern ein Überlebens‑Skill im Alltag.

Ich habe das an dem Tag bewusst zugespitzt – weil Wegschauen keine Strategie ist: Wenn soziale Plattformen zur Maschine für Fehlinformationen und Hass werden, dann haben wir ein gesellschaftliches Problem. Im Veranstalter‑Rückblick wird dazu auch mein provokanter Satz aufgegriffen, soziale Medien könnten irgendwann als „größte gesellschaftliche Massenvernichtungswaffe“ gelten. Hart formuliert – aber genau diese Härte braucht es manchmal, damit man hinschaut.

Der „Wow“-Moment: Humanoide Roboter und die neue Nähe zur Realität

Zwischendurch wurde es still in der Halle – dieser Moment, wenn Menschen realisieren, wie weit Technik inzwischen ist. Ein Blick auf humanoide Roboter (Bewegung, Interaktion, „fast schon menschlich“) hat genau das ausgelöst: Staunen, Faszination – und bei vielen auch Unbehagen. Und das ist okay. Diese Ambivalenz ist gesund, weil sie zur richtigen Frage führt: Wie gehen wir verantwortungsvoll damit um?

Was ich persönlich aus dem Tag mitnehme

Am Ende blieb für mich eine Erkenntnis hängen, die der Veranstalter‑Rückblick perfekt zusammenfasst:

KI ist weder Heilsbringer noch Bedrohung – aber sie zwingt uns, genauer hinzusehen, klüger zu prüfen und bewusster zu handeln.

Und noch etwas: Eine Schule, die mit Klassen vor Ort war, hat im Nachgang genau das betont, was ich auch für entscheidend halte: Nicht blind vertrauen, immer selbst prüfen, weiter recherchieren. Gleichzeitig ist auch Kritik erlaubt – z. B. wenn einzelne Themen (wie Umweltfolgen) noch tiefer hätten behandelt werden können. Das gehört dazu, wenn man echte Diskussionen will.

Warum das für uns „Soziales“ ist – und nicht „Marketing“

Life of Media 360 ist als Unternehmen über die Jahre gewachsen – von den ersten Projekten (ab 2014) bis zur Full‑Service‑Struktur mit internationaler Ausrichtung.

Aber Wachstum macht nur Sinn, wenn man etwas zurückgibt. Und genau deshalb sind Formate wie „KI – Klartext“ für mich gesellschaftliches Engagement:

  • weil junge Menschen Orientierung brauchen,
  • weil Lehrkräfte Werkzeuge und Sicherheit brauchen,
  • und weil wir alle lernen müssen, mit dieser neuen Realität verantwortungsvoll umzugehen.

Danke.

Ein großes Dankeschön an das BayernLab Forchheim und alle beteiligten Partner, die dieses Format möglich gemacht haben. Das BayernLab steht mit seinem Ansatz „Anschauen – Anfassen – Ausprobieren“ genau für das, was wir in der Bildung brauchen: Zugang, Praxis und Neugier – kostenfrei und für alle.